I wait and wait

Ich warte und warte! Während der Corona – Krise habe ich lange gewartet, bis ich mein Studio wieder eröffnen konnte. Sicher haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht. Während ich wartete, kam mir oft ein wichtiges Erlebnis aus der Kindheit in den Sinn, das ich Ihnen gerne erzählen möchte.

Ich bin in einem einfachen Dorf im Isaan in Nordostthailand aufgewachsen. Damals gab es keinen Fernseher, kein Kino, keine Supermärkte, meine Eltern waren Reisbauern und wir lebten in einem einfachen Haus. Zu der Zeit, als die Reisernte vorbei war, kam ein Wagen mit einem Lautsprecher vorbei und eine Stimme rief laut: «Bald ist der Markt!» Meine Mutter erklärte mir, dass in einem Monat beim Tempel der Jahrmarkt stattfindet und ich könne jetzt arbeiten und Geld verdienen für den Markt!» Ach, wie ich mich freute, ich konnte es kaum erwarten, bis es soweit war.

Dann kam der grosse Tag, meine Mutter hatte mir ein neues Kleid bereitgemacht und sie legte mir einige Bath-Scheine in die Hand, als ich früh am Morgen das Haus verliess. Ich ging mit meinen Freunden auf den Markt: Wir staunten nur, was es da alles zu sehen gab. Direkt neben dem Tempel war ein Riesenrad aufgebaut, mit dem wir fahren konnten. Es gab viele Marktstände, wo die Mönche die Geschenke verkauften, welche sie von den Dorfbewohnern bekommen hatten, und über allem lagen die feinen Düfte des Essens. Ich fühlte mich wie im Paradies, wir konnten mit Bällen Blechdosen von einem Tisch werfen und erhielten dafür ein kleines Geschenk. Es war der Höhepunkt des Jahres, so glücklich fühlte ich mich nie zuvor.

Natürlich hat sich die Welt verändert seither und in Europa wachsen die Kinder anders auf als in den ländlichen Gegenden Thailands. Aber eines ist das gleiche, auf der ganzen Welt, bei allen Kindern: Dieses Warten, diese Vorfreude auf ein besonderes Ereignis. Und wie schön ist es, wenn auch wir Erwachsene uns diese Freude bewahren können, wenn wir warten. Wie schön, wenn sich das Warten mit der Freude verbindet: Bald kommt etwas ganz Besonderes!

 

I wait and wait! During the Corona crisis, I waited a long time before I could reopen my studio. You have probably had similar experiences. While I was waiting I remember an important childhood experience that I would like to tell you about.

I grew up in a small village in Isaan in northeast Thailand. At that time there was no television, no cinema, no supermarkets, my parents were rice farmers and we lived in a simple house. At the time when the rice harvest was over, a car with a loudspeaker came by and a voice called out: "Soon the market will be!" My mother explained to me that in a month there will be a fair at the temple and I can now work and make money for the market! » Oh, how happy I was, I couldn't wait to get there.

Then the big day came, my mother had prepared a new dress for me and she put some Baht notes in my hand when I left the house early in the morning. I went to the market with my friends: we were only amazed at what there was to see. Right next to the temple there was a ferris wheel that we could ride with. There were many market stalls where the monks sold the gifts they had received from the villagers, and above all there was the fine smell of the food. I felt like I was in paradise, we were able to throw tin cans off a table with balls and received a small gift. It was the highlight of the year, I never felt so happy before.

Of course the world has changed since then and in Europe children grow up differently than in the rural areas of Thailand. But one thing is the same, all over the world, for all children: this waiting, this anticipation for a special event. And how nice it is when we adults can keep this joy when we wait. How nice when waiting is combined with joy: something very special is coming soon!

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